Umgang mit medizinischen Forschungsdaten – Befragungsergebnisse

Der vollständige Bericht ist hierüber abrufbar: DCT-Befragungsergebnisse-Volltext.

Datenanalysen finden primär zielgerichtet, d.h. hypothesengeleitet, statt.
Sie sind ein individueller Vorgang, bei dem traditionelle Arbeitsweisen bevorzugt werden. Die Analysen werden weniger explorativ sondern eher ergebnisorientiert in Hinblick auf belastbare Aussagen, z.B. in Publikationen, durchgeführt. Das Potential der Datenaffinität wird z.T. durch technische bzw. administrative Barrieren begrenzt. Dies sind unsere Schlüsse aus der Befragung einer ausgewählten Zielgruppe von Charité-Mitarbeitern.

Die Zentrale Fragestellung der im Sommer 2012 durchgeführten Onlineumfrage war, an welchen Stellen im Prozess der Problemfindung und -benennung (Datenexploration, Anomalieerkennung, Hypothesenformulierung) veränderte Formen der Datenpräsentation, -integration und –vernetzung helfen, kreatives Potential besser auszuschöpfen.

Für die Befragungsteilnehmer überwiegt eine eigene Idee als Anlass zur Datenanalyse. Die Exploration von Daten aus ungerichtetem Interesse heraus bildet die Ausnahme. Somit zeigen die Antworten, dass Datenanalyse eher hypothesengeleitet als explorativ ist.

Datenalysen werden von ergänzenden Informationsprozessen begleitet. Alle Formen externer Informationsquellen sind dabei wichtig. Wissenschaftliche Informationsressourcen dominieren in der Auswahl (PubMed, Fachzeitschriften) zusammen mit nicht näher differenzierter Internetnutzung.

Für die Entwicklung der DataCcreativityTools (DCT) liefern die Ergebnisse zahlreiche Anregungen.Visualisierung mit Browsing-Funktion durch die Datenfelder sollen die Datenexploration anregen. Die DCT-Komponente Research Field Explorer führt gleichzeitige Suchanfragen auf verschiedenen Informationsystemen aus und kann neben der Recherche in OpEN.SC-Forschungsdaten, PubMed und Google für weitere Systeme konfiguriert werden.

Wir danken unseren Interviewpartnern und den Teilnehmern der Onlinebefragung
dafür, ihre Zeit zur Verfügung gestellt und uns wertvolle Einblicke in ihre Praxis im
Umgang mit Forschungsdaten gewährt zu haben.

Müller, Lars; Szepanski, Christoph; Pfeffing, Judith; Hobohm, Hans-Christoph (2013):
Praxis im Umgang mit medizinischen Forschungsdaten. DCT-Befragungsergebnisse. Fachhochschule Potsdam, Informationswissenschaften. Online verfügbar unter:
http://opus4.kobv.de/opus4-fhpotsdam/frontdoor/index/index/docId/428.
URN: urn:nbn:de:kobv:525-4289.

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