VisInfo – oder was ist eine Volldatensuchmaschine?

query editor

Der Query-Editor (Quelle: VisInfo Webseite)

Das vierte Wissenschaftsparadigma (Hey 2009), oft auch mit „data-intensive science“ (Jim Gray) beschrieben, reift stetig weiter aus und gewinnt an Akzeptanz. Damit rücken zunehmend datenorientierte Methoden in den Fokus, die auf Exploration von Forschungsdaten setzen.

Einen spannenden Ansatz zur Unterstützung der Analyse (sauber erschlossener) Daten liefert das Projekt VisInfo. Ziel des Projektes ist es ein prototypisches Verfahren („Volldatensuche“) für visuelle Suchsysteme in einer Art Visuellen (Forschungsdaten)-Katalog zu entwickeln.

Raya Fidel (vgl. 2012, S.191f.) sprach sich in ihren theoretischen Überlegungen im Rahmen der Human Information Interaction (HII) für formative Modelle, d.h. stärker auf Interaktion setzende Herangehensweisen beim Design von u.a. Information Retrieval Systems aus. VisInfo versucht dies über den sog. Query Editor zu lösen.

Mithilfe des Editors lassen sich somit Hypothesen in visualisierter Form (z.B. als Kurvenverlauf) zur Datenexploration vorgeben und bei Bedarf individuell anpassen.
Die so vorgezeichnete Kurve wird dann mit dem ausgewählten Forschungsdatensätzen abgeglichen und auf Übereinstimmungen geprüft an deren Ende eine kreative und unkonventionelle Neukontextualisierung der Daten stehen könnte.
Das Color-Mapping genannte Verfahren könnte hierbei zusätzlich zur visuellen Untersützung und Hypothesenbildung dienen. Neben vielen verschiedenen Filtern gibt es auch eine metadatenbasierte Filterfunktion. Color Mapping und Metadatenfilter sind miteinander kombinierbar.

rechts: Das VisInfo Color-mapping Verfahren. links: Color-Mapping und Metadatenfilter kombiniert. Quelle: Webseite des VisInfo-Projektes

VisInfo stellt unserer Meinung nach ein interessantes Tool zur explorativen Erkundung unbekannter Daten dar und bietet Potential Retrieval-Systeme wie Digitale Bibliotheken von der bloßen Content-Verwaltung über die Schwelle der Wissensgenerierung zu führen (vgl. Hobohm 2012).

Links:

Literatur:

Fidel, Raya (2012): Human Information Interaction: An Ecological Approach to Information Behavior. Cambridge [u.a.] : MIT Press.

Hey, Tony (2009): The Fourth Paradigm: Data-Intensive Scientific Discovery. Redmond, WA : Microsoft Research.

Hobohm, Hans-Christoph (2012): Can Digital Libraries Generate Knowledge? In: Historical Social Research, 37 (3). S. 218-229.

Veröffentlicht unter Aktuelles, Tools | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für VisInfo – oder was ist eine Volldatensuchmaschine?

Beitrag und Folien für die Wisskom2012 nun online verfügbar

Unser Beitrag „Auf kreativen Wegen von Daten zum Wissen
am Beispiel medizinischer Forschungsdaten“ sowie der dazugehörige Foliensatz für die WissKom2012 (05.-07.11.2012 im Forschungszentrum Jülich) sind nun online verfügbar. Das Motto der Konferenz lautet: „Vernetztes Wissen – Daten, Menschen, Systeme“.
Den vollständigen Konferenzband zur WissKom2012 erhalten Sie hier.

Unser Beitrag ist im Themenfeld „Daten“ angesiedelt und wurde im zweiten Blog
(16.15 -17.45 Uhr) von Lars Müller präsentiert.
Der Vortrag liefert Ergebnisse als eine Art „Projektzwischenstand“ zu unseren theoretischen Überlegungen und erste Einblicke in die praktische Umsetzung.

Zitiervorschlag:
Müller, Lars; Wetzel, Thomas; Hobohm, Hans-Christoph (2012): Auf kreativen Wegen von Daten zum Wissen: am Beispiel medizinischer Forschungsdaten. In: Mittermaier, Bernhard (Hrsg.): Vernetztes Wissen – Daten, Menschen, Systeme. Konferenzband zur 6. Konferenz der Zentralbibliothek Jülich vom 5.-7.11.2012. Schriften des FZ Jülich – Reihe Bibliothek 21. Jülich: Forschungszentrum Jülich, S. 93–106.
Online verfügbar unter: http://juwel.fz-juelich.de:8080/dspace/handle/2128/4699.
URI: http://hdl.handle.net/2128/4699
ISBN: 978-3-89336-821-1

Links:

Veröffentlicht unter Aktuelles, Publikation, Tagung | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Beitrag und Folien für die Wisskom2012 nun online verfügbar

KICSS 2012 conference paper available

 

Our paper on „Creativity Support Tools for Data Triggered Hypothesis Generation“, part of the 7th Conference Proceedings on Knowledge, Information and Creativity Support Systems, is now available online as preprint. The Conference will be held from 8th to 9th November 2012 in Melbourne, Australia.

Abstract:
The shift from hypothesis-driven to data-driven science implies new methods for hypothesis generation. Creativity support has to be offered for problem finding based on research data. DataCreativityTools (DCT) is a research & development project building a pilot creativity support tool for the OpEN.SC biomedical data.

Text is available here:
Muller, Lars; Wetzel, Thomas; Hobohm, Hans-Christoph; Schrader, Thomas: „Creativity Support Tools for Data Triggered Hypothesis Generation. Seventh International Conference on Knowledge, Information and Creativity Support Systems (KICSS), 2012 pp.24-27, 8-10 Nov. 2012

doi: 10.1109/KICSS.2012.12

keywords: Biomedical imaging; Data models; Data visualization;Discrete cosine transforms; Problem-solving;Semantics; Technological innovation; biomedical research data; creativity support; data driven science; hypothesis generation

Veröffentlicht unter Publikation, Tagung | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

Beitrag für KICSS 2012 angenommen

Unser Paper Creativity Support Tools for Data Triggered Hypothesis Generation. (Lars Mueller, Thomas Wetzel, Hans-Christoph Hobohm and Thomas Schrader) für die KICSS 2012 hat das Reviewverfahren erfolgreich passiert. Wir freuen uns, mit unserem Beitrag auf der Konferenz in Melbourne am 7./8. November 2012 vertreten zu sein.

Zur Konferenz wird unser Paper zusammen mit den anderen Konferenzbeiträgen auf IEEE Xplore publiziert.

Veröffentlicht unter Tagung | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Beitrag für KICSS 2012 angenommen

Umfrage anlässlich der 96. Jahrestagung der DGP

Vom 31 Mai bis 10. Juni 2012 führen wir eine Umfrage unter Medizinerinnen und Mediziner durch. Wir suchen nach Antworten zur Praxis im Umgang mit medizinischen Forschungsdaten.

Die kleine Erhebung soll uns dabei helfen, die Entwicklung der DataCreativityTools optimal auf Anforderungen und Arbeitsweisen in der Praxis zuzuschneiden.

Bitte beteiligen Sie sich hier an der Umfrage!

Veröffentlicht unter Aktuelles | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Umfrage anlässlich der 96. Jahrestagung der DGP

Programm und Abstracts für WissKom2012 sind online

Wir berichteten bereits hier über unsere erfolgreiche Einreichung eines DCT-Beitrages für die WissKom2012. Das vollständige Tagungsprogramm samt Abstracts ist jetzt online.

Den Abstract zu unserem Vortrag am 5.11.2012 finden Sie hier: Auf kreativen Wegen von Daten zum Wissen am Beispiel medizinischer Forschungsdaten

Veröffentlicht unter Aktuelles | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Programm und Abstracts für WissKom2012 sind online

Beitrag für KICSS 2012 eingereicht

Für die diesjährige Konferenz bezüglich Knowledge Information and Creativity Support Systems (KICSS 2012) haben wir einen Beitrag mit dem Titel „Creativity Support Tools for Data Triggered Hypothesis Generation“ eingereicht.

Die Veranstaltung findet bereits zum siebten Mal statt und stellt sich mit folgenden Worten vor:

„The KICSS conference aims to facilitate technology and knowledge exchange among researchers and practitioners in the field of knowledge science, information technology, systems science to enable creativity support and advance systems in aiding creativity pursuits“ (KICSS 2012).

Konferenztermin: 08.-11. November
Ort: Melbourne

Website zur Konferenz:

Veröffentlicht unter Aktuelles | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Beitrag für KICSS 2012 eingereicht

Vortrag für WissKom2012 angenommen

Das DataCreativityTool-Projekt ist auf der diesjährigen WissKom (05.-07. November) mit dem Beitrag „Auf kreativen Wegen von Daten zum Wissen am Beispiel medizinischer Forschungsdaten“ vertreten.

In dem Vortrag stellen wir unsere theoretischen Überlegungen und praktischen Lösungsansätze bei der Entwicklung der DataCreativityTools dar. Im Zentrum steht unser Ansatz, die Konzepte Daten, Wissen und Kreativität zielgerichtet miteinander zu verbinden, so dass die Generierung neuer Forschungshypothesen durch die Erkundung unbekannter Datenwelten unterstützt wird.

Thema der Konferenz: Vernetztes Wissen – Daten, Menschen, Systeme.

Veröffentlicht unter Aktuelles | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Vortrag für WissKom2012 angenommen

Visualisierung medizinischer Daten mit SemaVis

Am Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) wird das SemaVis Framework entwickelt, das heterogene Daten auf intelligente und vielfältige Weise visualisiert. Für die kreative Arbeit mit den Daten ist SemaVis besonders interessant, weil die Nutzer über ein „Wissenscockpit“ die Art der Visualisierung selbst auswählen können. Zudem können sie ihr Wissenscockpit auch individuell anpassen, z.B. die Platzierung der Visualisierungskomponenten oder die Farbe und Größe der Elemente, um so kreativ mit den vorliegenden, oft heterogenen, Daten umzugehen.

Gegenwärtig arbeiten wir daran das SemaVis Framework als Visualisierungskomponente in die DataCreativityTools einzubinden. Die umfangreichen Daten, ihre Struktur, Labordaten aber auch Krankheits- und Behandlungsverläufe können dann in ungewöhnlicher und anregender Weise erkundet werden. Derzeit werden erste Tests mit den OpEN.SC-Daten in SemaVis durchgeführt.

Das SemaVis Wissenscockpit

Abbildung 1: Das SemaVis Knowledge Cockpit (Burkhardt 2011, S. 14)

Links:

 

 

Veröffentlicht unter Aktuelles, Tools | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert für Visualisierung medizinischer Daten mit SemaVis

Kreatives Informationsumfeld für Mediziner

Um die DataCreativityTools möglichst bedarfsgerecht zu entwickeln, haben wir uns bei potentiellen Nutzern nach ihrer kreativen Arbeitspraxis erkundigt. In einstündigen leitfadengestützten qualitativen Interviews wurden Mediziner zu ihrem beruflichen Informationsumfeld befragt.

Hier die Ergebnisse in Kürze:

Die medizinische Arbeitsumgebung ist geprägt von elektronischen Informationssystemen. Dennoch spielt der direkte Austausch unter Fachkollegen eine zentrale Rolle bei der Patientenversorgung und Forschung. Es gibt Bedarf an einfachem Zugang zu Forschungsdaten, allerdings werden neue Softwaretools wegen des Einabarbeitungsaufwands und fraglichen Nutzens mit Argwohn betrachtet. Eine entspannte, ruhige Atmosphäre und das regelmäßige persönliche Gespräch sind i.d.R. Voraussetzung für neue Ideen. Hilfsmittel, wie Whiteboards als auch Perspektiven aus anderen Fachrichtungen können die Kreativität unterstützen. Lesen von Fachartikeln empfinden die Befragten als kreativitätsfördernd. Die Skepsis gegenüber neuen Systemen und Methoden ist hoch und es gibt keinen besonderen Bedarf an technisch implementierten Problemlösungsmethoden, wie bspw. TRIZ.

Schlussfolgerungen für die Entwicklung der DataCreativityTools

Eine die Kreativität anregende Wissensumgebung wird aller Voraussicht nach eine größere Wirkung entfalten, als die Implementierung einer Kreativitäts- bzw. Problemlösungstechnik. Die Wissensumgebung soll die Forschungsdaten einbetten in ein fachliches (Faktendatenbanken, Wörterbücher, Fachliteratur,…), persönliches (z.B. Expertenverzeichnisse) und institutionelles (z.B. Projektdatenbanken) Umfeld. Bei der Modellierung der Wissensumgebung wird der Fokus stärker auf die Problemfindung (Hypothesenbidlung) als -lösung (Hypothesenverifzierung/-falsifizierung) gelegt.

Veröffentlicht unter Aktuelles | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Kreatives Informationsumfeld für Mediziner